Liebe Freunde
Mitte September sind wir einem gigantischen Betrugsfall auf die Spur gekommen. Seit damals sind 7 Wochen vergangen. In diesen Wochen haben wir vieles erlebt, was wir in Österreich für unmöglich hielten ... es ist wie es ist ... auf jeden Fall haben uns diese sieben Wochen kriminalistischer Recherche ziemlich mitgenommen. Seit letzten Freitag ist der Täter in U-Haft.
Betrug tut immer weh. Beim Betrug wird immer etws sichtbar, was man vorher nicht gesehen hat. Wir haben ihn dreieinhalb Jahre fast jeden Tag gesehen. Er war höflich, hilfsbereit, in der Arbeit manchmal übergenau ... nie und nimmer hätten wir uns vorstellen können, dass er .................
Er hat s so raffiniert gemacht, dass weder die Steuerberater und auch die Wirtschaftsprüfer "es" nicht gefunden haben, - sogar im Gegenteil, - die Wirtschaftsprüfer haben unsere Buchhaltung gelobt: besonders sorgfältig, besonders sauber.
Wie oben schon gesagt, - Betrug tut immer weh.
"Unser" Betrüger sitzt seit einer Woche in Krems.
Jetzt (oder demnächst) werden seine Konten geöffnet ... möglicherweise findet sich dort noch etwas von der Beute.
Konten in Singapur, in Belgien, in Frankreich, in Spanien, in Litauen und viele Konten in Österrreich ... hallo, hallo, - wie ist das möglich in einer Zeit, wo s unzählige Vorschriften und Auflagen gibt betreffend Sicherheit und Geldwäsche .... sind diese Sicherheiten nur Gewäsch und Gerede oder ???
So oder so, vor uns liegt ein Haufen Arbeit. Natürlich hoffen wir, dass wir das Geld zurückbekommen (zumindest einen Teil), - das wird nicht von alleine passieren ... und wie auch immer die Sache ausgehen wird, eines ist klar, wir werden mit umso größerer Entschlossenheit ordentliche, langlebige, reparierbare Schuhe - die Waldviertler - machen, und enkeltaugliche Möbel liefern, d.h. - auch die nächste Generation soll noch Freude damit haben.
Auch wenn uns diese Betrugsgeschichte an den Rand von Erschöpfung und Verzweiflung gebracht hat, so bleibt es dennoch dabei: die Arbeit geht - trotz alledem - weiter. Wieso? ..., weil wir fest davon überzeugt sind, dass das, was wir tun, Sinn macht.
Und so möchte ich mich mit dem schönen Satz von Vaclav Havel über die Hoffnung von Euch verabschieden.
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.
...und abschließend noch eine Bitte: "Bleibt uns treu". Ihr Kunden seid der einzige Grund, warum es uns noch gibt, und ihr seid die stärkste Hoffnung, dass es uns noch lange gibt.
Das meint im Ernst.
Dein/Euer
Heini