Der Clown ist immer ein Teil von uns selbst, und zwar der Teil der spielt, impulshaft agiert und letztlich ist wie es ihm gerade entspricht. Der Teil der die Welt nicht ganz versteht, seine Unwissenheit akzeptiert und neugierig, begeistert oder schüchtern auf Entdeckungsreise geht. Ein Clown hat (womöglich) noch nicht gelernt, was als „cool“ oder seriös und was als lächerlich, schwach und dumm gilt. Und der deswegen noch nicht verlernt hat, sich zu zeigen wie er ist. Damit ist er unserem kindlichen Ich sehr nah. Verbunden damit ist die zentrale Erfahrung des Clowns das Scheitern in allen Formen. Er macht Dinge falsch, weil er es nicht besser weiß aber trotzdem das Beste versucht. Im Prozess des "Clown Erweckens" setzen wir uns mit all diesen Aspekten auseinander und können dabei schrittweise lernen, dem Scheitern die Zähne zu ziehen.
Der Motor des Clowntheaters sind unsere Emotionen, die wir im Clown nach Herzenslust ausleben dürfen. Wir können und dürfen in der Clownerie auch einmal „die Sau rauslassen“, und dabei Dinge tun die uns die Regeln der Sozialisation verwehren: Laut und falsch Singen, einen Schaumkuss in die Haare schmieren, die „ganze Schachtel essen“ oder mit Gurken Fechten - Dinge die „man nicht tut“. Wir setzen uns damit evtl. auch mit Gefühlen von Wut, großer Freude oder Trauer auseinander – immer jedoch mit einem „inneren Lächeln“, mit Spielfreude und letztlich mit viel Achtsamkeit auf die Grenzen von anderen und uns selbst. Wir achten also aufeinander und wagen uns dennoch an (und über?) verschiedene Grenzen und innere Verbote. Die Regeln gesellschaftlichen Zusammenlebens haben schließlich gute Gründe – sind aber mitunter auch sehr einschränkend. Der Clown setzt ein Fragezeichen hinter diese Regeln und kann uns helfen hier die Spreu vom Weizen zu trennen.
Dieses Kursangebot richtet sich an Menschen mit Vorkenntnissen in der Clownerie. Man sollte zumindest einen Clownkurs gemacht haben - wie z.B. einen der „Moving Clowns Kurse“ hier in der Akademie oder den „Wildnisclown 1“.
Peter Kaubisch ist freiberuflicher Pädagoge und Trainer in verschiedenen Bereichen. Neben seiner pädagogischen Ausbildung an der Universität Salzburg (Erziehungswissenschaft) hat er verschiedene Aus- und Weiterbildungen in der Clownerie absolviert (Pierre Byland, Locarno, Bruno Zühlke, Freiburg, Lola Monti, Innsbruck, etc.). Er ist der Gründer der Salzburger “Clownfabrik” und verwendet Clownerie sowohl als pädagogische Methode wie auch in straßenkünstlerischen Auftritten („Walk Acts“). Peter kommt aus Laufen a.d. Salzach.