GLETARN ... oder wie die Welt umarmen

GLETARN ... oder wie die Welt umarmen

In fragmentarischen Rückblicken zeichnet das Solo die Geschichte des Familienvermögens nach: vom Urgroßvater, der durch geschicktes Kartenspiel Ländereien gewann, bis zum Großvater, der durch Erfindungen und Handel mit Waffen zu Wohlstand gelangte.

Wir alle tragen die Spuren unserer Vorfahren in uns, deren Leben durch die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs geformt wurde. Erst jetzt wird klar, wie tief die Traumata reichen, denn die Wissenschaft zeigt: Traumata werden über Generationen weitergegeben. Dieses Forschungsfeld nennt sich Epigenetik und untersucht, wie die Folgen von Leid durch unsere Gene vererbt werden.

Warum musste meine Mutter nach meiner Geburt in eine psychiatrische Klinik? Wieso wurde mein Großvater „Sheriff“ genannt? Warum verlor ich mit 14 meine Stimme und brauchte Jahre, um sie wiederzufinden?

Ohne Schuldzuweisungen erzählt Julia Höfler, wie ihre Familie durch das Patent einer Kunststoff-Handgranate zu Reichtum kam. In lebendigen Rückblenden lässt sie ihre Vorfahren sprechen, insbesondere die Frauen ihrer Familie, deren Schicksale sie einfühlsam beleuchtet. Trotz schwerer Themen wie Missbrauch, Vergewaltigung und psychischer Erkrankungen vermeidet sie Betroffenheitsdramaturgie. Mit lebhaftem Erzählstil, Humor, intensivem Körpereinsatz und Gesang nimmt sie das Publikum auf eine tief bewegende Reise mit, die lange nachwirkt und zum Weitererzählen anregt.

Leiter
Julia Höfler
Termin
5. September 2025 um 19:30
Veranstaltungsort

Kulturzentrum Schrems

Josef-Widy-Straße 7-9

3943 Schrems

Österreich

Kategorie
Event