Rückblicke auf das Symposium

26 - 29 Mai 2023
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Kleine Übungen zum „Anemone-Sein“

Open-Space-Beitrag von Anja Kleer:

Ein Erfahrungsraum in Bezug zu dem berührenden Vortrag von Andreas Weber, in dem es darum ging, die „Ding-Sicht“ zu verlassen und die Verbundenheit mit allem zu erfahren. Das „Kontinuum“ der wechselseitigen Beziehungen zu erleben und in diese Lebendigkeit einzutauchen.

Wir waren eine kleine Runde im Schatten des Obstgartens, gut gebettet auf den gemütlichen Waldviertler-Liebsejapos.

Es gab Stille, Sprechen, Fühlen, Lachen, Tränen, Lauschen, Berührung, Teilen…

Vielen Dank nochmal an die Teilnehmer*innen, fürs Einlassen, Hinspüren, Eintauchen.

Für euren Mut zu Fühlen und eure Offenheit!

Danke für die schöne Verbundenheit, die entstanden ist!

Die Übungen gibts hier als pdf.


Podcast mit Andreas Weber

Lieber Freund, liebe Freundin,

Ich habe den Podcast gestern fertig gestellt, es ist mein erster, deshalb wirst du sicher noch technische Mängel finden. Ich habe auch nicht alle Fragen aufgenommen, da nicht alle gleich gut verständlich waren - aber die meisten. Gerne nehme ich Feedback entgegen.

Der Podcast wird dann auf zeitpunkt.ch geteilt - diese Zeitschrift aus der Schweiz möchte ich dir bei der Gelegenheit auch sehr ans Herz legen, das Online-Portal mit täglichen Artikeln ist kostenlos: www.zeitpunkt.ch

Auch vorschlagen möchte ich dir das Terra Nova Portal, das ich mit einigen Freunden aus Tamera aufgebaut habe - es ist aus dem Impuls entstanden, Wissen, Gedanken und Erfahrungen aus Zukunftsplätzen zugänglicher zu machen - so ist ein Netzwerk entstanden von Menschen, die friedensbewegt und gemeinschaftsinteressiert sind. Schau hier: https://terra-nova.earth - du kannst gerne bei mir auch den wöchentlichen (kostenlosen) Newsletter bestellen.

Alles Liebe aus Brandenburg! Danke nochmal allen für die richtig schöne Zeit im Waldviertel! Ganz herzlich

Christa




GEDICHTE

Ich habe es in diesen Tagen nicht aufgesagt. Aber, so meine ich,
- es passt ziemlich gut zu unserem Symposium:

Aus deiner Seel allein
hebst du, was ich dir reiche,
das Zärtliche und Weiche,
das Starre, hart wie Eiche,
aus dir nur kommt ihr Sein.

Und fühlst du dich bewegt:
du bist's, der sich erkannte
und zu sich selber wandte
und an sich selbst entbrannte
und dessen Gott sich regt.

Johannes Urzidil


Alles fügt sich und erfüllt sich,
musst es nur erwarten können
und dem Werden deines Glückes
Jahr und Felder reichlich gönnen.
Bis du eines Tages jenen reifen Duft der Körner spürest
und dich aufmachst
und die Ernte
in die tiefen Speicher führest.

Christian Morgenstern


Sieben Jahre wollt kein Schritt mir glücken.
Als ich zu dem Großen Arzte kam,
Fragte er: Wozu die Krücken?
Und ich sagte: Ich bin lahm.

Sagte er: Das ist kein Wunder,
Sei so freundlich, zu probieren!
Was dich lähmt ist dieser Plunder.
Geh, fall, kriech auf allen vieren!

Lachend wie ein Ungeheuer
Nahm er mir die schönen Krücken,
Brach sie durch auf meinem Rücken,
Warf sie lachend in das Feuer.

Nun, ich bin kuriert: ich gehe.
Mich kurierte ein Gelächter.
Nur zuweilen, wenn ich Hölzer sehe,
Gehe ich für Stunden etwas schlechter

Bertolt Brecht - Die Krücken / Musik: Hanns Eisler




Was ist Open Space?

Die etwas andere Konferenz

coffee

„Das Beste an den Konferenzen sind eigentlich die Kaffeepausen.“ Nachdem Harrison Owen zahlreiche sorgfältig durchgeplante Events organisiert hatte, …

„Das Beste an den Konferenzen sind eigentlich die Kaffeepausen.“ Nachdem Harrison Owen zahlreiche sorgfältig durchgeplante Events organisiert hatte, war diese Erkenntnis zuerst ernüchternd. Wozu der ganze Zauber, wenn dann in zwanglosen Bewegungen und Begegnungen zwischen Stehtischen nicht selten viel spannendere Themen besprochen werden als im Hauptsaal? Warum kann nicht einfach die ganze Veranstaltung so ablaufen? Aus diesen Überlegungen heraus kreierte Harrison Owen – eigentlich eher zum Spaß – die erste Open Space Konferenz und war selbst überrascht, dass diese einfache Einladung zur Selbstorganisation immer und immer und immer wieder funktionierte.

DAS BESTE: KAFFEPAUSEN
selbst-organisation

Zu Beginn ist da nur eine große Runde möglicherweise sehr interessanter Menschen, und eine leere Wand, auf der mögliche Zeiten und Räume für die näch…

Zu Beginn ist da nur eine große Runde möglicherweise sehr interessanter Menschen, und eine leere Wand, auf der mögliche Zeiten und Räume für die nächsten Stunden und Tage notiert sind. Was wann wo passieren wird – das liegt an den TeilnehmerInnen, denn hier kann prinzipiell jede/r die Initiative ergreifen und ein Angebot starten. Mancherorts (wie auch in Schrems) werden zusätzlich auch einige ImpulsgeberInnen*, eingeladen, die ihre Erfahrungen und Expertise mit dem Thema wie alle anderen im Open Space einbringen. Ist die Programmwand gefüllt und alle Räume vergeben, geht es erst richtig los.

SELBST-ORGANISATION FUNKTIONIERT
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Was Gespräche in Kaffeepausen so lebendig macht, ist u.a. die Tatsache, dass sich alle sehr frei bewegen können. Man schaut sich um und hat zu irgend…

Was Gespräche in Kaffeepausen so lebendig macht, ist u.a. die Tatsache, dass sich alle sehr frei bewegen können. Man schaut sich um und hat zu irgendeinem Menschen oder Tischgrüppchen Resonanz. Vielleicht hört man einfach mal zu, wirft etwas ein, endet in einer tiefschürfenden Diskussion – oder geht ganz ungezwungen wieder weiter, sobald das eigene Interesse nachlässt und am Nachbartisch ein wichtiges Stichwort gefallen ist. Aus dieser Beobachtung heraus, wie sehr die Möglichkeit zur Selbstbestimmtheit die Produktivität in Unterhaltungen beeinflusst, hat Harrison Owen vier Open Space-Prinzipien und das „Gesetz der zwei Füße“ formuliert:

„Das Gesetz der zwei Füße“ besagt, dass jede*r nur so lange in einer Gruppe bleiben soll, solange er*sie dort einen Beitrag leisten und/oder etwas lernen kann. Man darf jederzeit auch mittendrin aufstehen und in eine andere Gruppe gehen oder einfach nichts tun und die Gedanken schweifen lassen an irgendeinem netten Platz.

LEBENDIG UND FREI
ernte

Alle "Open Spaces" berichten am Abend, was in ihrer Gruppe los war. Inhalt, Stimmung, Beschlüsse oder was auch immer. So erfahren alle Symp…

Alle "Open Spaces" berichten am Abend, was in ihrer Gruppe los war. Inhalt, Stimmung, Beschlüsse oder was auch immer. So erfahren alle Symposiumsteilnehmer:innen "alles", und man wird Zeuge der Fülle. Manchmal kommt man bei der Ernte erst drauf, wo man noch gerne dabei gewesen wäre ........

DIE ERNTE
prinzipien

Dazu passend unterstreichen die 4 Prinzipien das Vertrauen in die organischen Dynamiken der Selbstorganisation:

  1. Wer immer kommt, ist gerade die richti…

Dazu passend unterstreichen die 4 Prinzipien das Vertrauen in die organischen Dynamiken der Selbstorganisation:

  1. Wer immer kommt, ist gerade die richtige Person.
  2. Was auch geschehen mag – es ist das einzige, was geschehen kann.
  3. Wann immer es beginnt, es ist die richtige Zeit.
  4. Vorbei ist vorbei.
VIER PRINZIPIEN
erkenntnis

Was nach dem Open Space meist bleibt, sind neben den inhaltlichen Erkenntnisschätzen, konkreten Problemlösungen, hilfreichen Kontakten, geplanten und…

Was nach dem Open Space meist bleibt, sind neben den inhaltlichen Erkenntnisschätzen, konkreten Problemlösungen, hilfreichen Kontakten, geplanten und gestarteten Initiativen auch wertvolle Erfahrungen mit eigenverantwortlichem Handeln. In diesem Setting ist niemand mehr gezwungen, was vorgesetzt wurde, womöglich über sich ergehen zu lassen, sondern wird ermutigt selbst zu entscheiden, was man mit der eigenen Zeit und Energie macht. Das gilt im Grunde auch für alle möglichen anderen Orte, an denen wir uns sonst so bewegen. Oft stellen sich die gleichen Fragen: Was kann ich hier lernen? Was kann ich einbringen? Wie kann ich mitgestalten?

SCHÄTZE DER ERKENNTNIS
leben

PS: Eine einzige Beschwerde kommt nach Open Space Symposien jedes Mal. „Da läuft so viel Interessantes gleichzeitig. Ich kann mich nicht entscheiden!…

PS: Eine einzige Beschwerde kommt nach Open Space Symposien jedes Mal. „Da läuft so viel Interessantes gleichzeitig. Ich kann mich nicht entscheiden!“ Das können wir nicht ändern, denn das ist leider genauso wie auch sonst im Leben: Man versäumt einfach fast immer fast alles. ;)

Buchtipp: Harrison Owen, Open Space Technology – Ein Leitfaden für die Praxis, Schäffer-Poeschel Verlag, 2011

WIE IM RICHTIGEN LEBEN...
fuesse

„Das Gesetz der zwei Füße“ besagt, dass jede/r nur so lange in einer Gruppe bleiben soll, solange er/sie dort einen Beitrag leisten und/oder etwas le…

„Das Gesetz der zwei Füße“ besagt, dass jede/r nur so lange in einer Gruppe bleiben soll, solange er/sie dort einen Beitrag leisten und/oder etwas lernen kann. Man darf jederzeit auch mittendrin aufstehen und in eine andere Gruppe gehen oder einfach nichts tun und die Gedanken schweifen lassen an irgendeinem netten Platz.

DAS GESETZ DER ZWEI FÜSSE