Wir sind gescheitert, - ich habe mich geirrt!

Wirtschaften geht jetzt auch gemeinsinnig


Pünktlich zum Raiffeisen-Jahr 2018 steht unsere Genossenschaft GEA MAMA EG in den Startlöchern.


Ich habe nicht den geringsten Zweifel, Friedrich Wilhelm Raiffeisen träumte von was anderem. Z. B. träumte er von der Kraft der Gemeinschaft: „Was dem einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele“.

Die Bonzen im Genossenschaftswesen sehen sowohl in den Vielen als auch in einer starken Gemeinschaft ein Problem. Ihre eigene Machtstruktur ist abgesichert durch z. B. die Zwangsmitgliedschaft bei einem Genossenschaftsverband.

Diese Zwangsmitgliedschaft hat in Deutschland 1934 Hitler beschlossen (der Genossenschaftsgeist war den Nazis suspekt, - durch die Zwangsmitgliedschaft brachten sie alle Genos in Nullkommanix unter Kontrolle); in Österreich waren es die Austrofaschisten, die die Zwangsmitgliedschaft beschlossen haben.

Nun. Die Nazis und die Austrofaschisten sind wir losgeworden. Die Zwangsmitgliedschaft nicht. Warum nicht? Die Nomenklatura im Genossenschaftswesen beeinflusst/bestimmt die Gesetzgebung im Genossenschaftswesen. Nun? … welch eine Überraschung: die Nomenklatura sorgt für sich selbst. Nur dank der Zwangsmitgliedschaft sind sie so mächtig. Sie können relativ hohe Mitgliedsgebühren kassieren, lassen ihren Seilschaften die gesetzlich verordnete Revisionsprüfung machen // bitte, bitte, ich bin nicht gegen eine Revisionsprüfung, - die ist notwendig, denn die Genossenschaftsmitglieder haben ein Recht auf geprüfte Informationen.

Nur „dank“ der gesetzlichen Pflicht haben diese Revisoren Möglichkeiten, die sie nicht hätten, wenn es keinen Zwang gäbe, sondern einen freien Markt. So haben wir z. B für einen Revisionsbericht einen Haufen Geld bezahlt, obwohl sich kein Genossenschaftsmitglied ein Bild über die tatsächliche Performance unserer GEA-Mama machen hätte können.

Nun ist unsere Genossenschaft liquidiert. Der Kostenvoranschlag für die Prüfung des letzten Geschäftsjahres dieser Geno lautet auf 5.400.- Euro, obwohl es gar keine Geschäftstätigkeit mehr gab. Die Prüfung ist gesetzlich vorgeschrieben – so sorgen die Bonzen – im Bund mit dem Gesetzgeber – für sich selbst.


Seit dem Jahr 2004 haben wir die Idee verfolgt, unsere Firmen, GEA und die Waldviertler Werkstätten, in eine Genossenschaft umzuwandeln bzw. genossenschaftlich zu organisieren. Der Wunsch war unbefangen und redlich. Auf dem Weg zum Ziel haben wir uns oft gewundert, wie viele Schwierigkeiten diesen Weg säumten.


Jetzt sehe ich das „alles“ ein bisschen klarer. Es sind die Bonzen, die nicht gestört werden wollen. Raiffeisen hätte eine Freude mit uns gehabt.


Nun ist das Eis endlich gebrochen. Wir mussten zuerst unseren eigenen Genossenschaftsverband „Rückenwind“ gründen und konnten erst dann die GEA MAMA EG erfolgreich ins Firmenbuch eintragen. Wir sind der festen Überzeugung, dass ein gutes Unternehmen eine Veranstaltung von Menschen für Menschen ist – in beide Richtungen – Kunden erhalten gute Produkte, gleichzeitig sind sie, die Kunden, die wichtigsten Arbeitgeber für eine sinnvolle Arbeit. Eine sinnspendende, dienende Arbeit, ordentliche, langlebige Produkte und faire Kunden – das ist das Strickmuster gemeinsinniger Wirtschaft.


Das glaube ich noch immer. Allerdings glaube ich jetzt, nach unserem ernstgemeinten Versuch, nimmermehr an das hier in Österreich praktizierte Genossenschaftsmodell. Dieses Modell stärkt die Bonzen und bindet Unmengen an idealistischer Energie in einer Bürokratie, die den Bonzen dient und nicht dem notwendigen Wandel in der Wirtschaft.


In diesem Sinne soll unsere GEA MAMA das Zentrum des GEA Universums bilden und unseren Mitarbeitern, Kunden, Partnern, Freunden und Förderern eine lebendige Cooperative und eine Alternative zum zerstörerischen Mainstream sein. Mensch und Natur stehen im Zentrum, nicht das Kapital. Die demokratische Entscheidung verantwortungstragender, liebender Menschen soll den Weg bestimmen und nicht die Mehrheit des Kapitals. Ein Wirtschaften gegen die Natur ist hirnrissig. Wirtschaft muss Natur und Mensch leben lassen, denn ohne sie hat alles keinen Sinn.



Wir müssen ein neues Modell finden, in dem das Gemeinwohl im Mittelpunkt steht. Dies zu verwirklichen wär leichter, wenn auch Eigentum und Risiko von einer Gemeinschaft getragen wären.

Ich bin fest davon überzeugt, dass das viele wollen und dies der Sehnsucht vieler entspricht. Aber: um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir heraus aus den Zwängen des herrschenden Genossenschaftswesens (übrigens: in Italien und Spanien funktioniert eine Genossenschaft ganz anders,
siehe Bsp. Mondragon -
https://www.mondragon-corporation.com/

Wir müssen zurück zu den Ursprüngen.

Selbsthilfe – Selbstorganisation – Selbstverwaltung.

That s it.

Peace and love ……… das ist eine todernste Sache, denn darauf kommt es an.

Das meint im Ernst,

euer Heini Staudinger


Mit der GEA MAMA und ihren Töchtern wollen wir mit einem ausgewogenen Branchenmix eine hohe Stabilität erreichen und so auch unseren DarlehensgeberInnen und unseren zukünftigen Genossenschaftsmitgliedern möglichst viel Sicherheit bieten. Wir machen heute schon Schuhe, Taschen und Möbel, wir betreiben die GEA Akademie mit ihren Seminaren und dem dazugehörigen Beherbergungsbetrieb, unsere Firmengebäude bieten unseren Aktivitäten Platz, – außerdem stellen sie einen Vermögenswert dar, der die uns von Freunden gewährten Nachrangdarlehen sichert. In Zukunft sollen vielleicht auch noch Energie und Landwirtschaft eine Rolle spielen. Die Vielfalt ist immer krisensicherer als die Monokultur. In diesem Wissen wollen wir uns um ein kooperatives Miteinander bemühen.

Wenn du mehr Informationen zur GEA MAMA EG willst und GenossenschafterIn werden möchtest, schreib uns einfach an mama@gea.at.


VIVA LA COOPERACION!


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