Emanuel Mbolela zu Gast in Schrems

Am Montag, 19. Oktober, 19 Uhr, empfängt Schrems mit Emanuel Mbolela einen ganz besonderen Gast im GEA Hotel zur Sonne. Emanuel Mbolela kommt aus dem Kongo, wo seit über 30 Jahren der blutigste Krieg seit dem Ende des 2. Weltkriegs herrscht. Mehr als sechs Millionen Opfer zählt der Krieg, der von der weltweiten Gier nach jenen Rohstoffen angetrieben wird, die für die Digitalisierung unabkömmlich sind: Coltan und Tantal, jene Metalle, die in jedem Handy, Tablet, Laptop.... drinnen sind. 

Mbolela musste im Jahr 2002 aufgrund seiner politischen Tätigkeit gegen den Langzeitpräsidenten Laruent-Desiré Kabila aus dem an Bodenschätzen so reichen Land flüchten. Im Buch "Mein Weg vom Kongo nach Europa" erzählt Mbolela seine Flucht quer über den afrikanischen Kontinent und schließlich nach Europa, wo er nach 12 Jahren Flucht im Jahr 2014 ankam. Eine beeindruckende, beklemmende Schilderung unserer Gegenwart, in der es keine sicheren Fluchtkorridore für Schutzsuchende vom afrikanischen Kontinent gibt.

"Wer die Augen vor der momentanen Asylpolitik der Europäischen Union und Österreichs nicht verschließen möchte, der sollte an diesem Abend zu Emanuel Mbolelas Lesung/Vortrag kommen. Ein Buch und ein Mann des Widerstands, das die Hoffnung auf Veränderung nährt und gleichzeitig schonungslos die bittere Realität wiedergibt!", lädt GEA-Veranstaltungskoordinator Raphael Kößl herzlich ein.


mbolela behr
Der Übersetzer des Buchs Alexander Behr wird auch an diesem Abend dolmetschen.

Mehr Infos zum Buch und zu Emanuel Mbolela


Im Mai 2014 erschien im Wiener Mandelbaum-Verlag die erste Auflage des Buches „Mein Weg vom Kongo nach Europa – zwischen Widerstand, Flucht und Exil“ des Autors und Aktivisten Emmanuel Mbolela. Seitdem sind nun mehr als sechs Jahre vergangen – und die Zwischenbilanz ist durchaus beeindruckend: das Buch musste mehrmals nachgedruckt werden, dutzende Rezensionen sind erschienen, des weiteren absolvierte der Autor über 300 Lesungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Holland, Frankreich und Portugal, die meisten davon gemeinsam mit Alexander Behr.

Das anhaltende Interesse an Mbolelas Buch ist äußerst begrüßenswert, gleichzeitig aber auch bitter notwendig: steht doch die persönliche Fluchtgeschichte und politische Autobiographie des Autors beispielhaft für abertausende Flüchtende, denen heute der Zutritt zur Europäischen Union verwehrt wird.

Emmanuel Mbolela wurde 1973 in Zaire geboren und begann sich bereits als Schüler in seiner Heimatstadt Mbujimayi im Zentrum des Landes gegen den damaligen Langzeitdiktator Mobutu politisch zu engagieren. Als nach der Machtübernahme durch Laurent-Desiré Kabila Ende der 1990er Jahre die Hoffnungen auf Demokratisierung und Frieden schnell verflogen waren, setzte er seine Aktivitäten fort und begann, sich in der Jugendsektion der Oppositionspartei UDPS (Union für Demokratie und sozialen Fortschritt) zu engagieren.
Der 17. April des Jahres 2002 sollte dem Leben Mbolelas eine drastische Wende geben: im Zuge einer Großdemonstration in Mbujimayi wurde er gefangengenommen, eingesperrt und gefoltert. Zwei seiner engen Mitstreiter starben an diesem Tag, getroffen von den Kugeln der Polizei. Mbolela musste Hals über Kopf fliehen
Mbolela berichtet in seinem Buch auf eindrückliche Weise von der Gewalt und Ausbeutung während der Flucht. Quer durch die Sahara gelangte er bis nach Marokko, wo er eine der ersten Organisationen subsaharischer Geflüchteter mitbegründete.

Emmanuel Mbolela ist im Netzwerk Afrique Europe Interact (AEI) aktiv, das afrikanische und europäische Basisinitiativen vereinigt. Aktuell läuft eine Solidaritätskampagne für subsaharische Frauen in Marokko, die in Rabat ein Frauenhaus aufgebaut haben. Emmanuel Mbolela wird auch von dieser wichtigen Kampagne berichten.

»Emmanuel Mbolelas Buch ist deshalb so beeindruckend, weil es nicht nur ein Buch der mutigen, detailgenauen Brandmarkung ist, sondern auch ein Buch der unausrottbaren Hoffnung. Ein Buch des Widerstandes, des Aufstandes des Gewissens.« JEAN ZIEGLER

Der Vortrag und die Lesung finden zweisprachig auf französisch und deutsch statt. Alexander Behr, der Emmanuel Mbolelas Buch auf deutsch übersetzt hat und mit ihm seit vielen Jahren gemeinsam aktiv ist, übernimmt die Übersetzung.

FACTS:
Vortrag und Lesung: Mein Weg vom Kongo nach Europa
Emanuel Mbolela & Alexander Behr
Datum: Montag, 19. Oktober
Ort: GEA Hotel zur Sonne
Beginn: 19:00 Uhr
Anmeldungen unter raphi@gea.at

Termin
am 19. Oktober 2020 um 19:00
Kategorie
Vorträge
Tags