Jean Ziegler LIVE bei GEA Waldviertler


Die Schande Europas

Unser Abend mit Jean Ziegler am, Samstag, 3. Oktober, 19.00 Uhr, in der GEA Halle steht unmittelbar bevor. Es ist uns eine große Ehre wichtigen Vorkämpfer für eine gerechte und nachhaltige Wirtschaft und für die universellen Menschenrechte einen Abend verbringen zu dürfen!


Durch die behördlichen Vorgaben dürfen wir nur wenige Leute zum Live-Event vor Ort zulassen. Jean Ziegler wird also von Genf aus mit uns sprechen, wir im Waldviertel sind eine ein bisschen größere Gruppe und durch den Stream könnt ihr alle dabei sein! Der Livestream startet um knapp vor 19 Uhr :).


Was erwartet euch an diesem Abend?

"Ach, ich freu mich schon so sehr auf diesen Abend“ sagte mir Alexander Behr am Telefon, nachdem er zuvor lange mit Jean Ziegler telefoniert hatte. In diesem Gespräch hat Alexander mit Ziegler unseren Abend vorbesprochen.


Gleich vorweg: Jean Ziegler wird nicht persönlich anwesend sein. (Corona, Corona …)
Allerdings wird er mit uns diesen Abend live via Zoom gemeinsam verbringen.

Er in Genf und wir - verbunden mit ihm - in Schrems.


Jean Ziegler hat viel zu sagen.
Er ist ein scharfer Kritiker dieser zerstörerischen, kapitalistischen Weltwirtschaft.
Er ist der wichtigste Fahnenträger im Kampf für Gerechtigkeit und Frieden.
Ziegler sagt, dass alle Menschen, die sich nach Gerechtigkeit und Frieden sehnen, die planetarische Zivilgesellschaft bilden. Und das sind wir.


Nun zum Abend (bitte beachtet auch die Corona-Vorgaben ganz unten):


Jean Ziegler wird via Zoom bei uns sein. Wir werden seine Stimme, seine Kraft und Energie spüren.

Wir wollen diese Kraftladung empfangen und weitertragen.


Alexander Behr wird das Gespräch mit Jean Ziegler führen. Er wird uns durch den Abend geleiten.


Rudi Fussi weiß viel über die vielen österreichischen Kinder, die nach dem I. und II. Weltkrieg in anderen Ländern Europas aufgenommen wurden, weil hier in Österreich schreckliche Not herrschte. Auch er wird nach Schrems kommen


Die Schande Europas“ – so lautet der Titel von Jean Zieglers letztem Buch. Es handelt vom Skandal der europäischen Flüchtlingspolitik. Ziegler war mit Alexander Behr 2019 in Moria.


Viele Menschen in Österreich sind nicht einverstanden mit der hartherzigen Flüchtlingspolitik unserer Regierung. Viele haben uns per Email bestätigt, dass sie bereit sind, auf eigene Kosten und eigene Verantwortung Kinder aus den Flüchtlingslagern in ihren Familien aufzunehmen. Renate Gönner, Herz unserer GEA Akademie, wird einige dieser Mails vorlesen.


Wolfram Märzendorfer, ich bin mit Wolfram seit Jahrzehnten befreundet. Wolfram ist ein wunderbarer Musiker. Wir wollten dem Jean Ziegler einen schönen Abend in Schrems schenken. Da gehört Musik dazu.


Heini Staudinger. Ich fühle mich als Gastgeber. Ich möchte über „die sieben Werke der Barmherzigkeit“ reden, die in unserer? Kultur seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle spielen. Die Menschwerdung eines jeden Menschen entfaltet sich in dem Hin und Her von ICH und WIR. Die Barmherzigkeit ist Brückenbauer zum WIR, schlägt die Brücke zur planetarischen Zivilgesellschaft.


Teilen
Teilen ist die wichtigste Gymnastikübung des Herzens, vor allem für die, die viel oder zu viel haben.

Jean Ziegler unterstützt seit vielen Jahren die Organisation sentinelles.org. Sentinelles, von Edmond Kaiser 1980 gegründet unterstützt die „Kleinen“, die unschuldig in Not geraten sind. Zb. Von der grauenhaften Krankheit Noma erfasst sind. Noma zerfrisst den Körper, zu 80 % verläuft die Krankheit tödlich, kann aber, rechtzeitig erkannt, mit einem einfachen Antibiotikum geheilt werden.


Wir werden dem Jean Ziegler 20.000 Euro für diese Organisation überreichen. Doch vorher werde ich noch die Geschichte mit den 300.- Euro erzählen, … wie innerhalb weniger Wochen 100.000.- draus wurden.
Kommt alle.

Folgendes: es haben sich mehr als 200 Personen für diesen Abend angemeldet.  Wir sind überzeugt, dass dies ein ganz toller Abend wird. Dennoch rechnen wir damit, dass einige absagen werden.


Drum BITTE, bestätigt euer Kommen bei Raphi@gea.at. Weil wir euch ja auch fixe Sitzplätze zuweisen müssen, ist das dieses Mal besonders wichtig.


Wir freuen uns auf euch.


Ps. Che Guevara: „Auch die stärksten Mauern fallen durch Risse“
PPS. Ziegler war auch mit Che Guevara befreundet, er war dessen Chauffeur während der Teilnahme Kubas an der ersten Weltzuckerkonferenz der UNO in Genf. Auf seinen Wunsch, dass er ihn bei der Rückreise nach Kuba mitnehme, habe Che geantwortet: «Dein Platz ist hier. Hier ist das Gehirn des Monsters, hier musst du kämpfen.»


Corona-Spielregeln für jene, die sich für den Abend angemeldet haben:

Liebe Freunde! Damit wir die Veranstaltung abhalten dürfen, müssen wir uns an die strengen COVID-19-Präventionsmaßnahmen halten. Also bitte:


Tragt alle einen Mund-Nasen-Schutz, bis ihr auf Eurem Sitzplatz seid. Dort dürft ihr ihn dann abnehmen.
Ihr bekommt von uns einen fixen Sitzplatz zugewiesen. Dieser Sitzplatz gehört dann bis zum Ende des Abends euch.
Zwischen den Sitzplätzen der unterschiedlichen BesucherInnengruppen werden wir einen Abstand von zumindest einem Meter einhalten, um die Vorschrift zu erfüllen. Wir werden auch Desinfektionsmittel bereitstellen.
Wir werden bei der Veranstaltung keine Getränke und Speisen ausschenken dürfen. Das ist die Vorgabe der Bezirkshauptmannschaft. Also: Seid bitte nicht angefressen, wenn wir euch bitten schon mit vollem Bauch zu uns zu kommen und – wenn ihr schnell durstig werdet – dann nehmt euch bitte etwas zum Trinken mit.


***************************************


Der 86-jährige Schweizer ist für seinen Einsatz für Menschenrechte und Gerechtigkeit weltberühmt. Ziegler war acht Jahre UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung („Jedes Kind, das heutzutage an Hunger stirbt, wird ermordet“). Unzählige Publikationen erreichten europaweite Beachtung, seine jüngste ist topaktuell: „Die Schande Europas“ betitelt Ziegler seinen Bericht über das Flüchtlingslager in Moria, das er 2019 besuchte – und das seit einem Großbrand vor wenigen Tagen die europäische Politik wieder beherrscht.



„Es ist sensationell, dass Jean Ziegler nach Schrems kommt. Ziegler hat sein gesamtes Leben in den Dienst der globalen Gerechtigkeit gestellt. Seine Kritik an den ‚neuen Herrschern der Welt‘, den internationalen Großkonzernen und Profiteuren eines globalisierten Kapitalismus, bringt er ohne Rücksicht auf persönliche Nachteile pointiert auf den Punkt“, zeigt sich Raphael Kößl, GEA Waldviertler Veranstaltungskoordinator, vom prominenten Gast begeistert. Jedes Menschenleben zählt gleich viel – diese Überzeugung bringt Ziegler immer wieder in Konflikt mit den Herrschenden und dem herrschenden System, wo diese Selbstverständlichkeit oft nicht mehr als ein Lippenbekenntnis ist. „Das Flüchtlingslager auf Moria und die menschenrechtswidrige Unterbringung von zehntausenden Schutzsuchenden sind ein trauriger Beweis dafür“, so Kößl.

Nur wenige Kilometer trennen die griechische Insel Lesbos vom türkischen Festland. Von den Strandbars und Restaurants der Hauptstadt Mytilini kann man abends die Lichter auf der türkischen Seite der Ägäis sehen. Im Schutz der Dunkelheit starten fast täglich Boote mit Schutzsuchenden vom türkischen Festland und versuchen, Lesbos zu erreichen. Doch Sicherheit gibt es für sie nicht: Hinter NATO-Stacheldraht und mit Glasscherben bestückten, vier Meter hohen Betonmauern überlebten auf einem ursprünglich für 2.800 Soldaten bestimmten Kasernenareal im Dorf Moria über 20.000 Flüchtlinge. Weitere Tausende vegetierten unter Plastikplanen in den sogenannten «inoffiziellen Lagern» der umliegenden Olivenhaine. Seit September 2020 ist dieses Lager nach einem Großbrand unbewohnbar, tausende Menschen leben ohne medizinische Assistenz, ausreichende Versorgung mit Nahrung und Wasser und ohne einem Dach über dem Kopf auf den Straßen der europäischen Insel. Die europäische Union ist gespalten, die österreichische Bundesregierung bekanntlich nicht zur Aufnahme von Schutzsuchenden bereit.

Nun sei es an uns, zu handeln. Jean Ziegler sagt: "Die EU ist ein kontinentaler Rechtsstaat. Die stärksten Mitgliedstaaten sind lebendige Demokratien. Es gibt keine Ohnmacht in der Demokratie. Wir müssen die sofortige Schließung aller Auffanglager an der Südgrenze unseres Kontinentes durchsetzen. Denn sie sind die Schande Europas."


Jean Ziegler


FACTS:
Jean Ziegler - Die Schande Europas
Datum: Samstag, 3. Oktober
Ort: GEA Halle, Niederschremser Straße 7
Beginn: 19:00 Uhr
Eintritt: freie Spende
Reservierung: raphi@gea.at


Termin
am 3. Oktober 2020 um 19:00
Kategorie
Vorträge
Tags