Tristan grüßt euch alle in großer Vorfreude

Tristan und Heini sind in diesen Tagen im Mali, Tristans Heimat, unterwegs. Es ist an der Zeit, neuen Samen zu säen. Während sein Paradies am Wachtberg hier bei uns im Waldviertel noch ein wenig unter der Schneedecke ruhen darf, gibt es im Mali schon jetzt viel zu tun.
Ähnlich wie vor gut 15 Jahren, als Tristan auf den Wachtberg kam, kniet er auch jetzt wieder in seiner Heimat auf nahezu verwüstetem, trockenem Boden, gräbt um, zieht Furchen und beginnt zu säen. Samen aus seiner zweiten Heimat hier im Waldviertel. Heini steht neben ihm und kann nur staunen.

Tristan weiß – wie kaum ein anderer – wie’s geht. Tristan macht keine Geheimnisse aus seinem Geheimnis. Er teilt sein Wissen gerne.
Ihr Lieben, die ihr jetzt schon lange auf Gelegenheiten wartet, in Tristans Paradies zu kommen – zum Staunen, zum Lernen, zum Beobachten, zum Begreifen … für einen guten Boden unter euren Füßen, für den besten Boden für eure Pflanzen …, hier sind sie:


Eure Forschungsreisen – so haben wir s uns gedacht – sollen euch am Sonntag zuerst zu uns führen. Gut ankommen … gut schlafen … gut frühstücken … alles bei uns in Schrems, in unserem Hotel zur Sonne oder in der GEA Akademie. Am Montag morgen gehts dann in Fahrgemeinschaften auf zur Arbeit … auf zum Wachtberg.

Jeder Tag, wie immer er war, was immer er geschenkt, wie immer er gefordert hat, klingt am Abend – feierlich und dem Leben dankend – ums Feuer vereint, aus. Ein schönes Ritual. Ein ganz wertvolles Ritual.

Am Montag und Donnerstag möchte Tristan den Abend mit euch verbringen. Beim Feuer. Am Dienstag und Mittwoch habt ihr den ganzen Abend für euch … für uns … für unser Waldviertel.
Für die Nächte kommt ihr immer wieder nach Schrems zurück. Tristan hat die besten Beete … wir die besten Betten. Und die besten Matratzen erst recht. Für den besten Schlaf – den brauchen wir alle – nicht nur auf dieser Reise.


Forschungsreise in die Geheimnisse der Pflanzen – numéro un
SO, 11. April bis DO, 15. April 2021

In diesem Seminar geht s um: No-dig-gardening – im Freiland und im geschützten Anbau. Wie bereite ich den Boden vor, wie die Erde – schonend mit Akkufräse und Mini-Thilther. Und um die Jungpflanzenanzucht und -hege, um standort-angepasstes Saatgut, um den Umgang mit samenfesten Sorten, die ja den Samen für die nächste Generation herschenken; wenn man bloß weiß, WIE. Wie so oft: aufs richtige Know how kommt's an. Tristan hat's.
Welche Sorten und Techniken eignen sich für die Saisonverfrühung und wie plane ich als effektiver Market Gardener meine sommerliche Vielfalt. Auch dieses Know how gibt's. Willkommen zu spannenden Tagen am Wachtberg und in Schrems.

Forschungsreise in die Geheimnisse der Pflanzen – numéro deux
SO, 9. Mai bis DO 13. Mai 20021

Pflanzen sind Lebewesen. Sie verdienen … verlangen respektvollen Umgang. Diese Haltung ist in Tristans afrikanischer Seele tief verwurzelt. Wie die Pflanzen diesen Respekt erwidern, das schmeckt man. Das werdet auch ihr schmecken. Damit beginnt eure Reise.
So  sehr ihr den Frühling schon riechen und schmecken werdet – Achtung – so manche Pflanze will jetzt unbedingt noch vor Kälte und den Eisheiligen geschützt werden. Wie? Tristan weiß es genauso wie er die Vor- und Nachteile der Mulchfolientechnik kennt. Der Mai ist DIE Zeit für’s Anlegen von Dauerkulturen wie Kräuter und Beeren und für Direktsaaten.
In Tristans Gewächshäusern verdichtet sich das Paradies gleich noch einmal. Jeder Platz, jeder Zwischenraum wird optimal genutzt. Paradeiser, Melanzani, Paprika, Chilli, Physallis … wer mit wem gut kann und welches Gemüse doch lieber auf der Etage drüber gedeiht – Tristan knows.

Forschungsreise in die Geheimnisse der Pflanzen – numéro trois
SO, 11. Juli bis DO 15. Juli 2021

Dégustation – sprich s französisch aus – degüüstasjonn … da schmeckt man jetzt schon die Vitalität der Pflanzen auf der Zunge. Drum dürft ihr euch auch schon jetzt auf die Forschungsreise numéro trois und auf köstliches Sommergemüse freuen. Der Unterschied im Geschmack verrät alles über die weitere Züchtung und Selektion.
In diesen Tagen werdet ihr staunen über das feine Handwerkzeug, mit dem ihr euch zum Beikraut aufmacht und wie ihr damit, mit dem Werkzeug und mit dem Beikraut, arbeiten werdet. Staunen werdet ihr auch, wenn ihr Hand anlegt am Mulch und bald spüren, was der Boden drunter von euch will.
Die vielen Ws zum Wasser – Wann? am Abend oder besser in der Früh? Warum? Und Wieso? Auch in dieses Wissen werdet ihr tief abtauchen.
Ein genialer Erfinder ist der Tristan obendrein. Da dürft ihr wieder staunen und seine Erfindungen ausprobieren und testen. Akkuschrauber betriebene Erntegeräte bringen still und schonend die Früchte zu Tage. Mit der Ernte geht’s dann so richtig wieder los: der zweite Frühling mitten im Sommer – mit einem guten Plan und der Anzucht vom Wintergemüse seid ihr gut versorgt bis zum nächsten, ersten Frühling.

Forschungsreise in die Geheimnisse der Pflanzen – numéro quatre
SO, 12. September bis DO 16. September 2021

Auch die Winterreise beginnt mit einem intensiven Geschmackserlebnis – vom Herbst- und Wintergemüse bis zur essbaren Gründüngung – alles hat’s in sich. Auch der gut gefütterte Boden hat’s in sich und hält noch viel bereit für die Saisonverlängerung. Geerntet wird fast das ganze Jahr.
In diesen Tagen geht es ganz viel um viel Wertvolles. Saat-Gut – im Begriff selbst steckt bereits das hohe Gut, die Kraft, die Vitalität der neuen Samen. Nur wer über dieses Lebenswunder staunen kann,  macht sich behutsam und mit allem Respekt an die Gewinnung und Reinigung dieser Kostbarkeiten.
Staunend und behutsam darf jetzt auch geerntet werden. Ihr dürft euch aufmachen und die Ernte in die tiefen Speicher führen. So schön sagt es Christian Morgenstern in seinem Gedicht – Stilles Reifen

Alles fügt sich und erfüllt sich,
musst es nur erwarten können
und dem Werden deines Glückes
Jahr und Felder reichlich gönnen. 


Bis du eines Tages
jenen reifen Duft der Körner spürest

und dich aufmachst und die Ernte

in die tiefen Speicher führest.


Alles wird … alles wird gut … bei Tristan ist schon ziemlich alles gut. Mag die Welt aus den Fugen geraten … geraten sein – in einem Garten, in Tristans Garten, ward sie erlöst.
Mit den Früchten aus seinem Paradies versorgen Tristan und Jahwezi an die hundert Familien von März bis in den November. Wie das geht? Auch darauf können sie nach 15 Jahren, mit ihren Erfahrung aus Scheitern und Erfolgen und dem daraus gewonnenen Wissen gut antworten. Ein Spaziergang durch Tristans Garten lädt zum Nachahmen ein. Eine lebendige Landwirtschaft, getragen von einer Gemeinschaft – drin sich (fast) alles fügt und erfüllt.


Tristans Paradies ist etwa eine Stunde von Schrems entfernt: Am Wachtberg 78, 3571 Gars/Thunau am Kamp. Anreisebeschreibung unter biosain.at/

Bitte Arbeitskleidung, Handschuhe, Regenschutz, Gartenschere mitbringen.



Kursleitung

Wir, Tristan Toé, Jahwezi Graf, die Familie, sowie viele liebe Freund*innen, Freiwillige, Praktikant*innen und nicht zu vergessen all die aktiven Kompostwürmer, Pilze, Bakterien wie auch andere Nützlinge arbeiten gemeinsam im biologischen Gemüsebau am Wachtberg.

Bereits seit 2011 betreiben wir biologischen und vorwiegend händischen Gemüsebau und versorgen zirka 70 Haushalte mit gesundem, hochwertigem und vielfältigem Gemüse. Das zu ermöglichen bedarf eines gesunden und intakten Umfeldes und Ökosystems. Deshalb setzten wir seit Beginn unsere Schwerpunkte auf gesunde Böden, Vielfalt und vitales, samenfestes Gemüse das wir auch weitervermehren.

Tristan Toé hat ein unglaubliches Pflanzenwissen von Afrika mitgebracht. Für ihn sind alle Pflanzen Lebewesen. Sein Gemüse schmeckt anders. Er achtet auf das Saatgut, auf die Ansaat, er füttert den Boden, und Kartoffel setzt er ganz anders als wir - er legt sie in Hohlräume, nicht in den Boden. Die brauchen auch Luft, sagt er.

Tristan kümmert sich  um Tausende Pflanzen und ihre zwei Töchter, die mittlerweile der wichtigste Qualitätsmesser für Toés Gemüse sind: "Schmeckt es den Kindern, ist es gut. Schmeckt es ihnen nicht, gibt es im nächsten Jahr andere Sorten." Oft spricht Toé von seinem Gemüse fast so zärtlich wie von seinen Kindern: Das schlimmste Vergehen an beiden sei es, meint er, sie durch zu viel Hingabe zu verziehen. Sie nicht liebevoll vorzubereiten auf Durststrecken, die zwangsläufig kommen.

Als Tristan  das erste Mal Ackerfurchen in den kargen Boden am Wachtberg zog und die Erde in harten Krümeln unter seinen Fingern bröselte, hätte ihn aber beinahe der Mut verlassen: "Der denkbar schlechteste Boden. Supertrocken, superseicht. Er speichert kein Wasser, der einzige Brunnen liegt 96 Meter tief, und die Humusschicht ist dünner als in einem Blumentopf." Aber weil es das einzige Land war, das er hatte, kniete sich Tristan Toé hin, schaufelte Erde und setzte widerstandsfähige Stecklinge hinein.

Tristan hat einen völlig anderen Umgang mit den Pflanzen. Pflanzen sind Lebewesen, die Respekt verdienen und verlangen. Drum darf auch nicht jede/jeder anpflanzen. Es geht um den Respekt ...

und wie die Pflanze den Respekt erwidert ... das schmeckt man ... davon ist Georg Bacher überzeugt ... nicht nur überzeugt – er hat es in monatelanger Mitarbeit miterlebt.